Außenrestaurierung

Bei der Erstellung eines Terminplanes stellten wir fest, dass bis zu den Lackierarbeiten ca. 1.500 Mannstunden notwendig sind, um die Arizona Lady in einen lackierfähigen Zustand zu bringen. Unter der Führung unseres technischen Leiters, Herrn Christian Schwendner, wurde ein schlagkräftiges Team zusammengestellt. Oberstes Gebot war die genaue Einhaltung dieses Terminplanes. Durch das frühe Ende des Winters konnte bereits im Februar 1997 an der Maschine gearbeitet werden. Es mussten alle korrodierten Bauteile, insbesondere diverse Schrauben (insgesamt über 2.000 Stück) ausgetauscht werden. Dabei musste bei mehr als der Hälfte der Schrauben ein neues Gewinde geschnitten bzw. neue Buchsen gesetzt werden. Auch die Cockpitverglasung wurde erneuert, da die Scheiben bereits milchig wurden. Bei der Cockpitscheibe handelt es sich um eine Zweischicht-Sicherheitsverglasung. Die Glaserarbeiten wurden von der Glaserei Jandl in Salzburg durchgeführt. Die große Frachttüre hatte im Laufe ihrer 53 Jahre auch einige Beschädigungen erlitten und musste somit ebenfalls, wie die Cockpitfenstereinfassung, ausgerichtet und repariert werden. Für die Versorgung mit elektrischer Energie für das 24 Volt Bordsystem wurden zwei 12-Volt-Batterien und ein entsprechendes Ladegerät von der Firma Banner Batterien zur Verfügung gestellt.

Lackierung

Bereits seit dem Kauf unserer Douglas DC-3 im September 1995 kreisten unsere Gedanken um die Lackierung der “Grand Old Lady der Lüfte”. Die unterschiedlichsten Lackiervarianten wurden diskutiert. Schließlich trafen wir die Entscheidung, die DC-3 in den Orginalfarben einer Airline zu lackieren. Da lag es natürlich nahe, den National Carrier, welcher von 1963 bis 1966 drei DC-3´s im Einsatz hatte, zu fragen, ob Interesse besteht, sich an den nicht unerheblichen Kosten der Lackierung zu beteiligen. Den Grundstein legte sicherlich der damalige Leiter des Stadtbüros Salzburg der Austrian Airlines, Herr Alerich Zanoni. Die Verhandlungen zogen sich aber trotzdem in die Länge und konnten schließlich anlässlich eines Besuches des Vorstandes der Austrian Airlines am 12. Oktober 1996 am Salzburg Airport und in den folgenden Monaten erfolgreich abgeschlossen werden. In der Firma Akzo Nobel wurde schon im Frühjahr 1996 ein mehr als kompetenter Partner in Sachen Lackfarben gewonnen. Übrigens, die Fa. Akzo Nobel stellt für viele Airlines die Farben her. Aber ein schwieriger Teil stand uns noch bevor. Wer sollte die Arbeiten durchführen und wo und wann sollte lackiert werden. Die Frage des Zeitpunktes lies sich noch relativ einfach klären. Ausschlaggebend für die erste Woche im Juni 1997 war die Temperatur, da der Lack und auch das Abbeizmittel nur ab einer Temperatur von fast 20°C verarbeitet werden können.

Da die Lackierung eines Flugzeuges nicht zu den einfachsten Lackieraufgaben gehört, wollten wir diese heikle Arbeit durch absolute Profis durchführen lassen. Diese fanden wir, wie sollte es anders sein, natürlich in der Lackierabteilung von Austrian Airlines. Dachten wir ursprünglich an eine Lackierung im Freien, so wurde bald klar, dass eine ordentliche Lackierung nur in einer Halle durchzuführen ist. Ein Hangar musste her. Hier konnten wir uns wieder einmal auf unseren Salzburg Airport und seine mehr als kooperativen Mitarbeiter verlassen. Anlässlich einer Besprechung mit allen Beteiligten von Akzo Nobel, Austrian Airlines, Salzburger Flughafen Betriebsgesellschaft und 1st Austrian DC-3 Dakota Club im Jänner 1997 wurden alle offenen Punkte geklärt und die Aufgaben entsprechend verteilt. Das Abbeizen gestaltete sich allerdings arbeitsaufwendiger als geplant. Da mehrere Lackschichten vorhanden waren, musste dieser Vorgang mehrere Male wiederholt werden. Dabei tauchten einige alte Schriftzüge von den diversen Vorbesitzern auf, wie z. B. TWA und der US-Airforce. Da diese Arbeiten im Hangar 2 durchgeführt wurden, besuchten uns viele Besatzungen der diversen Fluglinien. Am 18. Mai wurden die Abbeizarbeiten von Herrn Herbert Bigler von Austrian Airlines nochmals überprüft und am 2. Juni 1997 begannen die so lang herbeigesehnten Lackierarbeiten. Drei Lackierer, Herr Roman Fabacher, Herr Arpad Stastny und Herr Heinz Wimmer trugen zuerst zwei Schichten Primer und die weiße Farbe auf. Dann folgte das Silber für die Tragflächen und die Rumpfunterseite und zwei Schichten Klarlack. Zum Schluss wurde die rote und schwarze Farbe aufgespritzt. Übrigens wurde dafür eigens die elektrostatische Lackieranlage der Austrian Airlines von Wien nach Salzburg transportiert. Somit konnte mit drei Spritzpistolen gleichzeitig gearbeitet werden. Für die entsprechend aufbereitete Druckluft sorgte ein Kompressor der Fa. Kaeser, der leihweise dafür zur Verfügung gestellt wurde. Um die Arbeiten termingerecht abschließen zu können, wurde eine Woche lang täglich mehr als 15 Stunden gearbeitet. Insgesamt wurden über 140 kg Farbe aufgetragen. Da wir unsere “Arizona Lady” so detailgetreu wie möglich lackieren wollten, wurden wir von Herrn Dr. Gottfried Holzschuh von den Österreichischen Flugzeughistorikern mit entsprechenden Unterlagen versorgt.